Vinyl

INTO THE LESS ist das erste Album, das wir auch auf Vinyl gepresst haben.

Warum? Die Menschen hören heute anders Musik: Alles ist verfügbar geworden, in Sekundenschnelle, auf Meerschweinchen großen Geräten. Ein Klick lässt den Lieblingssong in einem Augenblick erklingen – und ihm im nächsten wieder verstummen. Lange Song-Intros sind fast ausgestorben, weil viele nicht mehr die Geduld aufbringen, länger auf die Strophe oder den eingängigen Chorus zu warten. Offenbar haben immer weniger Menschen die Zeit, die Spielerei im Gitarren-Solo auf Track 7 oder die Rhythmus-Veränderung in Song Nummer 11 aufzuspüren.

Algorithmen von Streamingdiensten empfehlen uns Songs, vielleicht bestimmen sie sogar unseren Musikgeschmack mehr als uns lieb ist. Playlisten sorgen dafür, dass wir nur noch auf Start drücken müssen und anschließend für Stunden beschallt werden. Es scheint: Musik wird nicht mehr gehört, sondern konsumiert.

Nicht wenige halten das Album-Format deswegen für altmodisch, für ein Konzept, das schon bald ausgestorben sein wird. Weil es eben nur noch um den einzelnen Song geht, der im Radio gespielt wird oder den Weg in Playlists der DJs findet.

Macht es noch Sinn, zehn Tracks in einem Werk zusammenfassen? Auch wir haben uns gefragt: Sollten wir uns nicht lieber auf den einen Song konzentrieren, der alles verändern kann? Unsere Antwort ist ein klares Nein.

Wir haben uns bewusst entschieden, ein Album zu machen. Wir haben uns bei INTO THE LESS wie noch nie zuvor in einem Konzept willentlich verloren. Wir wollten ein Gesamtwerk schaffen, das Spannungsbögen aufbaut, mit Erwartungen spielt und ein Hörerlebnis ist – und das eben nicht auf 3:30, sondern über elf Songs. Das Ganze in der Hoffnung, dass sich die Menschen die Zeit nehmen, INTO THE LESS aktiv hören und sich im besten Fall darin fallen lassen. Das Album und das Konzept, das dahinter steckt, ist ein bewusstes Statement gegen Instant-Musik und Austauschbarkeit von Hits.

Die Arbeit an diesem Album war äußerst intensiv. Es war anstrengend und nervenaufreibend, aber wir hatten stets das Gefühl, an etwas Großem zu arbeiten. Das Schreiben des Album war auch ein Kampf gegen Trends – aber einer, der sich gut angefühlt hat. Wir freuen uns nach wie vor wahnsinnig über jeden neuen Hörer – aber das wollen wir mit ehrlicher Musik in einem ehrlichen Konzept erreichen. Und das nicht mit der einen Nummer, die für eine kurze Zeit rauf und runter gespielt wird.

Auch deswegen ist es von Anfang an ein  großer Wunsch von uns gewesen, das Album auf Vinyl pressen zu lassen. Nicht nur, weil das Format wieder im Kommen ist. Es ging uns in erster Linie darum, unserem neuesten Werk auch selbst die nötige Wertschätzung entgegen zu bringen.

Wir sind sehr stolz auf INTO THE LESS. Wir hoffen, das hört man.